Zündel-Prozess: Anwältin unterschrieb mit "Heil Hitler"
Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt gegen eine frühere Anwältin des Holocaust-Leugners Ernst Zündel, weil sie einen Brief mit "Heil Hitler" unterschrieben hat.
Die Juristin habe die verbotene Grußformel in einem Brief an das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe verwendet, sagte dessen Sprecher Klaus Böhm gestern der dpa.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach gegen die Anwältin nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt werde.
Auch Reden mit NS-Inhalt
Die Juristin war zuvor vom Zündel-Prozess ausgeschlossen worden, weil sie die Verhandlung wiederholt durch Reden mit teils strafbarem nationalsozialistischem Inhalt sabotiert habe.
Der 67-jährige Zündel muss sich seit Februar vor dem Landgericht Mannheim verantworten, weil er via Internet den millionenfachen Mord an den Juden in der NS-Zeit geleugnet haben soll.
"Hitler wird auferstehen"
In dem Beschwerdeschreiben an das OLG wegen ihres Ausschlusses aus dem Zündel-Prozess stehe, dass Adolf Hitler als "Erlöser" auferstehen werde, sagte Böhm.
Der 63-seitige Schriftsatz der Anwältin trage den Briefkopf "In Geschäftsführung ohne Auftrag für das Deutsche Reich". Das OLG hatte den Ausschluss der Juristin Ende März verfügt. Der Bundesgerichtshof hat die OLG-Entscheidung bereits bestätigt.
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