Lachout-Dokument
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Lachout-Dokument
Hallo Leute,
im Internet habe ich mal gelesen, dass das Lachout-Dokument von einem österreichischen Gericht für echt befunden wurde.
Kann mir jemand das Aktenzeichen nennen? Ich möchte das gerne auf der Diskussionsseite von Wikipedia einstellen.
Gruß
Harald
im Internet habe ich mal gelesen, dass das Lachout-Dokument von einem österreichischen Gericht für echt befunden wurde.
Kann mir jemand das Aktenzeichen nennen? Ich möchte das gerne auf der Diskussionsseite von Wikipedia einstellen.
Gruß
Harald
Mads wrote:Ich möchte fragen, was das Lachout-Dokument ist..?
Hallo Mads,
in Wikipedia, der (so genannten) freien Enzyklopädie steht dazu:
"Das Lachout-Dokument ist ein gefälschtes Rundschreiben, mit dem der Einsatz von Giftgas in einer Reihe von Konzentrationslagern (z.B. Mauthausen, Bergen-Belsen oder Groß-Rosen) widerlegt werden sollte.
Es wurde von dem Österreicher Emil Lachout (*1928) auf deutsch verfasst. Das Schreiben stellt sich als Dokument des „Militärpolizeilichen Dienstes” des „Alliierten Kommandos” dar und ist auf den 1. Oktober 1948 datiert. Lachout selbst unterzeichnete als Leutnant des „Wachbataillon Wien - Kommando” für die Richtigkeit der Ausfertigungen. Der Inhalt des Schreibens besteht aus zwei Punkten, von denen der erste die „Feststellung” ist, dass es in den aufgeführten Konzentrationslagern keine Ermordungen durch Giftgas gegeben hätte. Die österreichische neonazistische Zeitung „Halt” publizierte das Dokument erstmals im November 1987. In der Folge wurde es auch von weiteren österreichischen und bundesdeutschen rechtsextremen Zeitschriften nachgedruckt und verschaffte seinem Verfasser Lachout einige Aufmerksamkeit als neuer Kronzeuge des Revisionismus.
Das Schreiben und sein Inhalt wurden schnell als Fälschung entlarvt. Inhaltlich sind die Morde durch Giftgas, unter anderem in Mauthausen, längst historisch und juristisch bewiesen. Auch eine Reihe formaler Mängel weisen auf die plumpe Fälschung hin. Es gab weder ein „Alliiertes Kommando”, noch einen „Militärpolizeilichen Dienst”. Da Österreich bis 1955 keine eigenen Streitkräfte unterhielt, kann 1948 auch kein „Wachbataillon Wien” bestanden haben. Des Weiteren waren die zulässigen Amtssprachen Englisch, Französisch und Russisch - keinesfalls jedoch deutsch. Die alliierten Behörden unterstanden auch nicht der österreichischen Rechtsordnung, die auf dem Dokument angegebene „Bestätigung” nach österreichischem Verwaltungsrecht ist daher absurd. Lachout selbst war niemals Angehöriger der österreichischen Exekutive und konnte 1948, im Alter von 20 Jahren, auch keinen Leutnantsrang bekleidet haben."
Obgleich das alles sehr plausibel klingt, ist es m. W. himmelschreiender Unsinn, da bereits letztinstanzlich festgestellt wurde, dass es KEINE Fälschung ist. Um die Wiki-Blödis wachzurütteln, brauche ich natürlich harte Fakten und kann denen nicht so kommen: "Ich habe irgendwo mal gelesen...".
Gruß
Harald
Sehr interessant.
Ich glaube jedoch, dass es auf jeden Fall ganz unmöglich wäre, die Wiki-Blödis wachzurütteln. Irgendwie ist etwas faul bei der Wikipedia.
Auch bemerkenswert, wenn gerade ein österreichisches Gericht so ein Dokument für echt befunden hätte (übrigens muss man dann vermuten, dass es tatsächlich echt ist). Vor kurzem wurden in Österreich auch ein Paar Revisionisten freigesprochen. Vielleicht kommt das ganze irgendwie in Bewegung in Österreich, das ja auch, formell, nur bis 1955 besetzt war.
Ich glaube jedoch, dass es auf jeden Fall ganz unmöglich wäre, die Wiki-Blödis wachzurütteln. Irgendwie ist etwas faul bei der Wikipedia.
Auch bemerkenswert, wenn gerade ein österreichisches Gericht so ein Dokument für echt befunden hätte (übrigens muss man dann vermuten, dass es tatsächlich echt ist). Vor kurzem wurden in Österreich auch ein Paar Revisionisten freigesprochen. Vielleicht kommt das ganze irgendwie in Bewegung in Österreich, das ja auch, formell, nur bis 1955 besetzt war.
Mads wrote:Sehr interessant.
Ich glaube jedoch, dass es auf jeden Fall ganz unmöglich wäre, die Wiki-Blödis wachzurütteln. Irgendwie ist etwas faul bei der Wikipedia.
Auch bemerkenswert, wenn gerade ein österreichisches Gericht so ein Dokument für echt befunden hätte (übrigens muss man dann vermuten, dass es tatsächlich echt ist). Vor kurzem wurden in Österreich auch ein Paar Revisionisten freigesprochen. Vielleicht kommt das ganze irgendwie in Bewegung in Österreich, das ja auch, formell, nur bis 1955 besetzt war.
Hallo Mads,
das Lachout-Dokument ist auf jeden Fall echt. Aus diesem Grunde frage ich mich ja, was die bei Wikipedia sich da eigentlich zurechtgelegt haben. Denn so viele Beweise für eine erwiesenermaßen falsche Tatsache kann es doch gar nicht geben.
Von einem anderen Forum hatte ich jetzt schon drei Aktenzeichen erhalten (siehe unten), die ich auch auf der Diskussionsseite von Wikipedia reingesetzt habe. Es erfolgte jedoch umgehend eine Löschung mit der Begründung "Revisionistenschmarrn". Bei denen ist wirklich etwas faul. Das habe ich auch schon in Zusammenhang mit einem völlig unverwandten Thema gemerkt.
Hier die betreffenden Urteile mit Aktenzeichen:
– Oberlandesgericht Wien 10.10.1988, 27 Bs 495/88 und 21.12.1988, 27 Bs 620/88:
Der Vorwurf der Fälschung des Lachout-Dokumentes ist als doppelte Verleumdung (Echtheit und inhaltliche Richtigkeit) von Major a.D. Emil Lachout einzustufen.
– Landesgericht für zivile Rechtssachen Wien 21.11.1990, 20 Cg 26/90 und Oberlandesgericht Wien 18.6.1991, 11 R 80/91
(Das Lachout-Dokument existiert seit seinem Ausstellungsdatum und das DÖW konnte in dieser Zeit keinen Fälschungsbeweis erbringen).
– Landesgericht für Strafsachen Wien, 26 e Vr 7477/90, Amtszeugnis vom 24.5.1994 über die Einstellung des Fälschungsverfahrens gegen Major a.D. Emil Lachout
Gruß
Harald
- ClaudiaRothenbach
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- Joined: Tue Feb 10, 2004 2:16 pm
Genaueres zum Lachout-Dokument:
http://vho.org/VffG/2005/1/Lachout81-98.html
http://vho.org/VffG/2005/1/Lachout81-98.html
"Everything has already been said, but not yet by everyone." - Karl Valentin
ClaudiaRothenbach wrote:Genaueres zum Lachout-Dokument:
http://vho.org/VffG/2005/1/Lachout81-98.html
Hallo Claudia,
ein guter Link, da sehr ausgewogen geschrieben.
Gibt es auch einen Link, der noch detaillierter auf die Behauptungen der Wiki-Blödis eingeht? Leider scheint ja Lachout teils selber an seiner scheinbaren Unglaubwürdigkeit schuld zu sein, wenn er seine Gegner rüde beschimpft usw. Aus seiner Warte zwar durchaus verständlich, aber doch unklug. Die linken Heinis lachen sich ins Fäustchen.
Die Wikis nennen ja zahllose Gründe, weshalb das Dokument gar nicht echt sein könne. Ich würde den Typen gerne mal die Schamröte ins Gesicht treiben. Veröffentlichen tun die zwar sicher nichts von dem, was ich ihnen schreibe - aber vielleicht fangen die dann mal endlich an, etwas sauberer zu recherchieren. Damit wäre schon viel erreicht.
Gruß
Harald
- ClaudiaRothenbach
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- Joined: Tue Feb 10, 2004 2:16 pm
Danke!
Dieser Aufsatz ist in dem oben zitierten Lachouts falsch bezeichnet.
Faurisson schreibt:
"Ich bin mir nicht absolut sicher, ob wir Emil Lachout trauen können. Ich hatte wirkliche Schwierigkeiten, präzisere Informationen über die 'Kommission' von ihm zu erhalten."
Ich glaube, daß das Lachout-Dokument für Revisionisten so sehr relevant nicht ist. Jeder kann sich die angebliche Gaskammer in Mauthausen ansehen - es ist eine Lachnummer. Mehr nicht. Egal, ob das usraelische Beamte bestätigt haben, oder nicht.
Interessant ist lediglich, daß wegen eines Stück Papiers so eine große Anzahl von Prozessen geführt wurde.
"Everything has already been said, but not yet by everyone." - Karl Valentin
Jetzt bin ich aber wirklich überrascht. Dieser zweite Artikel bezeichnet das Dokument ja direkt als Schwindel.
Obgleich doch sogar die zwei wichtigsten Argumente der Fälschungstheoretiker entkräftet wurden, nämlich hinsichtlich der Amtssprache (es war eben kein alliiertes Dokument) und des fehlenden Briefkopfes, wobei es für letzteren Umstand ja sogar eine doppelte Erklärung gibt (interner Schriftwechsel + Kopie), die der Autor aber seltsamerweise als Widerspruch ansieht.
Die nicht ganz geklärten Umstände des zwischenzeitlichen Verbleibs des Dokuments, seines plötzlichen Wiederauftauchens sowie einiger technischer Details (Stempel, das Warum der Kopie, fehlende Übernahmevorschriften für Personal usw.) spielen für diese Frage doch gar keine Rolle. Man muss eben die Nachkriegsumstände berücksichtigen (die der Autor krampfhaft herunterspielt), mit dementsprechenden Materialmangel und teils anarchischer Amtsführung (zumal im russischen Stadtsektor). Dass die Vorgängerorganisation einen prächtigen Rundstempel hatte, kann Gott weiß was für Gründe gehabt haben.
Nicht zuletzt übersieht der Autor völlig, dass einer solchen Fälschung jeder Sinn fehlen würde. Dabei räumt er doch selber ein, dass die darin genannten Fakten (fehlende Gaskammern in den bezeichneten KLs) ja mittlerweile anderweitig bestätigt sind. Entstand das Papier vor diesen Erkenntnissen, so müsste der Fälschungstheoretiker annehmen, dass die Faker hellsichtig waren. Entstand es erst später, so hätte das Ganze wegen fehlender Motive auch keinen Sinn ergeben.
Fazit: Der Autor sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Er praktiziert genau das, was gemeinhin den Revisionisten vorgeworfen wird. Er konzentriert sich auf unwesentliche Details, entstellt Zusammenhänge und zeigt deutlich eine vorgefasste Meinung.
Aber wenigstens kommen in diesen Vierteljahresveröffentlichungen alle Seiten zu Wort. Das hat Seltenheitswert.
Obgleich doch sogar die zwei wichtigsten Argumente der Fälschungstheoretiker entkräftet wurden, nämlich hinsichtlich der Amtssprache (es war eben kein alliiertes Dokument) und des fehlenden Briefkopfes, wobei es für letzteren Umstand ja sogar eine doppelte Erklärung gibt (interner Schriftwechsel + Kopie), die der Autor aber seltsamerweise als Widerspruch ansieht.
Die nicht ganz geklärten Umstände des zwischenzeitlichen Verbleibs des Dokuments, seines plötzlichen Wiederauftauchens sowie einiger technischer Details (Stempel, das Warum der Kopie, fehlende Übernahmevorschriften für Personal usw.) spielen für diese Frage doch gar keine Rolle. Man muss eben die Nachkriegsumstände berücksichtigen (die der Autor krampfhaft herunterspielt), mit dementsprechenden Materialmangel und teils anarchischer Amtsführung (zumal im russischen Stadtsektor). Dass die Vorgängerorganisation einen prächtigen Rundstempel hatte, kann Gott weiß was für Gründe gehabt haben.
Nicht zuletzt übersieht der Autor völlig, dass einer solchen Fälschung jeder Sinn fehlen würde. Dabei räumt er doch selber ein, dass die darin genannten Fakten (fehlende Gaskammern in den bezeichneten KLs) ja mittlerweile anderweitig bestätigt sind. Entstand das Papier vor diesen Erkenntnissen, so müsste der Fälschungstheoretiker annehmen, dass die Faker hellsichtig waren. Entstand es erst später, so hätte das Ganze wegen fehlender Motive auch keinen Sinn ergeben.
Fazit: Der Autor sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Er praktiziert genau das, was gemeinhin den Revisionisten vorgeworfen wird. Er konzentriert sich auf unwesentliche Details, entstellt Zusammenhänge und zeigt deutlich eine vorgefasste Meinung.
Aber wenigstens kommen in diesen Vierteljahresveröffentlichungen alle Seiten zu Wort. Das hat Seltenheitswert.
Als Ergänzung zur Person Lachouts (der Artikel erschien vor den beiden oben zitierten in den VffG, einzelne Aussagen sind deshalb womöglich allzu unkritisch (z.B. bzgl. der angebl. Pinter-Kommission, deren Existenz wohl nicht beweisbar ist) und sollten im Lichte der beiden späteren Artikel (verfaßt von Schwensen und von Lachout selbst) überprüft werden:
http://vho.org/VffG/2003/3/Heyne422-435.html
http://vho.org/VffG/2003/3/Heyne422-435.html
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